Four Walls and a Roof
Dokumentarisches Theater mit Musik, zum Nachdenken über die Freiheit zu sagen, was man denkt.
1933 musste Bertolt Brecht aus Deutschland fliehen. Er wurde wegen seiner politischen Meinung verfolgt. Über mehrere Länder hinweg gelangte er 1941 schließlich in die USA. Dort wurde er im Oktober 1947 mit 18 anderen Filmautoren vor den Untersuchungsausschuss für unamerikanische Tätigkeiten zitiert. Brecht stand im Verdacht, ein Mitglied der kommunistischen Partei zu sein und Kommunisten galten damals in den USA pauschal als Verbündete der Sowjetunion. Und die war wiederum der erklärte Feind im angehenden Kalten Krieg. Brecht hatte für das Verhör eine Rede vorbereitet, die er aber nicht vortragen durfte. Später machte er sie in einer Pressekonferenz öffentlich. Das libanesische Künstlerduo Lina Majdalanie und Rabih Mroué knüpft an das legendäre Verhör an. Sie verflechten in ihrer ebenso kritischen wie humorvollen Befragung die historischen Dokumente mit Fantasien und kreativen Abschweifungen. Beide teilen mit Brecht die Erfahrung des Exils und verwehren sich entschieden gegen jede Form von vorgefertigten Meinungen.
Weitere Informationen unter: www.brechtfestival.de