Spitze deluxe
Kleine Andachtsbildchen halfen bereits seit dem Spätmittelalter beim Gebet und der privaten Andacht. Auf Papier gedruckt oder auf Pergament gemalt, konnten sie rasch und vor allem günstig produziert werden – Frömmigkeit für Jedermann. Im 17. Jahrhundert entstand eine neue, barocke Ausformung dieser kleinen Andachtsbilder: In den Niederlanden und dem süddeutschen Raum tauchten erstmals feine Schnittbilder auf, die sogenannten Spitzenbildchen.
In hingebungsvoller Handarbeit entstand durch präzise Schnitte und gezielte Aussparungen ein dekoratives Netzwerk, welches die gemalte Darstellung im Zentrum in unvergleichlicher Weise säumt. Die aufwändige Herstellung, die oft in Frauenklöstern erfolgte, schlug sich auch im Preis nieder. Es handelt sich bei diesen handlichen Kunstwerken um absolute Luxusgegenstände, die sich nur Wenige leisten konnten.
Noch bis zum 26. April präsentiert das Diözesanmuseum Freising in einer Sonderausstellung eine breite Spannbreite dieser einzigartigen Objekte, die zum Staunen und Verweilen einladen. Der überwiegende Teil entstammt dem 18. Jahrhundert, in der diese Technik zu ihrer vollen Blüte gelangte.