Es hat sich selbst aus mir gemalt
Der Schriftsteller und Kabarettist Joachim Ringelnatz zählt zu den bekanntesten Literaten der Weimarer Republik. Bis heute prägen seine skurri- len, manchmal verstörenden Gedichte und Texte das kulturelle Bild der 1920er-Jahre in Deutschland. Seine Literatur findet für ihn nicht mehr nur zwi- schen Buchdeckeln statt, sondern betritt mit ihm die Bühne der Unterhaltung. In der Künstlerkneipe Alter Simpl in der Münchner Türkenstraße feiert er vor dem Ersten Weltkrieg große Erfolge als Haus- dichter. Dass in Ringelnatz‘ Werk aber auch die bildende Kunst eine wichtige Rolle spielt, ist nach 1933 in Vergessenheit geraten. Die erste Ausstellung seiner Gemälde 1923 in der renommierten Galerie von Alfred Flechtheim in Berlin bringt den Durch- bruch des Dichters als Maler. Im Folgejahr werden seine Gemälde gemeinsam mit Bildern von Otto Dix und George Grosz ausgestellt.
Das 2002 in Cuxhaven gegründete Joachim-Ringelnatz-Museum beherbergt heute die größte Sammlung an Dokumenten und bildkünstlerischen Werken von Ringelnatz. Aus seinen Beständen stammt der Hauptteil der Ausstellungsexponate, ergänzt um Leihgaben aus verschiedenen Museen und Privatsammlungen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Joachim-Ringelnatz-Museum Cuxhaven und dem Ernst Barlach Haus Hamburg und wird von Dr. Ulrich Luckhardt kuratiert.